Pflanzen
Alpenflora im Entlebuch
Tiere können bei Kälte geschützte Orte aufsuchen. Nicht so die alpinen Pflanzen. Sie haben sich den klimatischen Verhältnissen angepasst, zum Beispiel mit Zwergwuchs oder indem sie dichte, bodenanliegende Polster oder Rosetten bilden. So nutzen sie die Wärme, die sich nach einem schönen Sommertag an der Bodenoberfläche angesammelt hat. Gleichzeitig ducken sie sich vor dem Wind, der ihnen Wärme wegfrisst und sie austrocknet. Um auf flachgründigem, felsigem Untergrund oder auf windigen Graten der Austrocknung zu entgehen, überziehen sich Pflanzenblätter mit schützendem Wachs oder ledrigen Stoffen. Auch ein dichter Haarpelz, wie beim Edelweiss, schützt vor Wasserverlust und der hohen UV-Strahlung.
Gräbt man nach den Wurzeln von Alpenpflanzen, überrascht die im Vergleich zu Stängeln und Blättern übertrieben scheinende, reichlich vorhandene Wurzelmasse. Die Wurzeln verankern die Pflanzen bestens gegen Sturmwind und speichern viel Feuchtigkeit und Stärke für lebensbedrohende Durststrecken. Noch etwas fällt an den Alpenpflanzen auf und erfreut Augen und Nasen von Mensch und Tier: Die bunten, auffälligen, aufdringlichen Farben und betörenden Düfte der Alpenpflanzen. Sie sollen in der kurzen Blütezeit möglichst viele Hummeln, Schmetterlinge und Fliegen zur sicheren Bestäubung anlocken.
