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Tiere auf der Alp

Tiere auf der Alp

Auf Alp Under Schwarzeberg

Sömmerungstiere im Höhentraining

Wie Spitzensportler sind Sömmerungstiere während der ganzen Alpzeit im Höhentraining. Die intensivere Atmung kräftigt die Lungen und den Kreislauf. Das Blut enthält mehr rote Blutkörperchen. Das raue Alpklima härtet ab und stärkt das körpereigene Immunsystem. Überrascht es da, wenn gealpte Tiere gesünder und langlebiger sind? Schafe, Ziegen und Kühe auf der Alp sind zu beneiden. Während die Tiere im Tal in ihrer Sommerchrüpfe etwa ein Dutzend Futterpflanzen vorfinden, wird Sömmerungsvieh auf fetten Alpweiden mit über fünfzig saftigen Pflanzenarten kulinarisch verwöhnt. Verschiedene Geschmacksnoten regen den Appetit an. Dazu enthalten manche Alpenkräuter die ernährungsmässig erwünschten ungesättigten Fettsäuren, die sich dann auch nachgewiesenermassen in der Alpmilch und im Alpkäse wieder finden.

Vor allem Rinder

Auf den Luzerner Alpen sind mehr als die Hälfte der gesömmerten Tiere Rinder. Neben den Rindern werden auch Kühe, Schafe, Ziegen, Pferde und vermehrt Mutterkühe gesömmert. Damit die Sömmerungsflächen ausreichend bestossen werden können, werden zum eigenen Vieh fremde Tiere hinzugenommen, die grösstenteils von Landwirtschaftsbetrieben aus der näheren Umgebung stammen. So sind die Herden meist bunt zusammengewürfelt und bestehen aus braun-, rot- und schwarzgefleckten Rindern. Während die Kühe auf den besten Weiden grasen, damit die Milch- und Käsequalität nichts zu wünschen übrig lässt, sind die Rinder und Mutterkühe etwas genügsamer und können auch auf steileren und abgelegeneren Weiden gehalten werden. Die Schafe weiden oft auf den steilsten und entlegensten Weiden, und die wählerischen Ziegen erhaschen sich meist rund um die Alp die saftigsten und schmackhaftesten Kräuter, oder knabbern auch mal die Blumendekoration vor der Alphütte an.

Getrübtes Bild

Allerdings ist das Bild der heilen Alpenwelt etwas getrübt, denn die Tierzahlen sinken seit Jahren und die Älpler klagen darüber. Zu wenig Tiere auf der Alp bedeutet, dass die Weiden nicht mehr ausreichend bestossen, und die Flächen langsam wieder vom Wald eingenommen werden. Einige Alpbetriebe haben das Problem bei den Hörnern gepackt und auf Mutterkühe umgestellt, denn die Nachfrage nach Sömmerungsplätzen für Mutterkühe ist in den letzten Jahren markant gestiegen und dürfte auch in den kommenden Jahren weiter ansteigen. Allerdings erfordern diese Tierrassen eine etwas andere Betreuung, da ja auch die Kälber oder sogar ein Stier mit auf der Alp sind. Aufgrund eines anderen Futterbedarfs und Fressverhalten muss die Anzahl der gesömmerten Tiere häufig neu definiert werden. Bereits haben einige Alpbetriebe in Laufställe investiert, denn die Tiere sind sich nicht mehr an die auf den Alpen noch vorherrschenden Anbindevorrichtungen gewöhnt. Das heisst investieren, was reichlich überlegt sein will.
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