Glossar
Alp: Ein während der Sommermonate beweidetes Berggebiet; man unterscheidet nach Art des Besatzes Kuhalpen, Jungviehalpen, gemischte Alpen mit Kühen und Jungvieh, Schafalpen und Ziegenalpen, oftmals zwei- oder mehrstaflig; nach Höhenlage und Bestossungszeit unterscheidet man in Voralpen (Auftrieb i.d.R. im Mai; Bewirtschaftung im Vorsommer und Herbst und je nachddem auch im Sommer) und Hochalpen (Auftrieb im Juni/Juli, Weidedauer weniger als 100 Tage, oft zwei- oder mehrstaflig); die meisten Alpen im Kanton Luzern sind Jungviehalpen (Rinder- oder Gustialpen). Dazu kommen Kuhalpen mit (Käsealpen) oder ohne Käseherstellung, und in vermehrtem Mass Alpen mit Mutterkühen.
Alpabfahrt: Alpabtrieb, Alpabzug, Alpentladung. Ende des Alpsommers mit der Rückkehr der Tiere von der Alp zu ihrem Winteraufenthaltsort; die Alpabfahrt erfolgt oft zu Fuss und ist in einigen Regionen mit folkloristischen Anlässen begleitet.
Alpaufzug: Alpauffahrt, Alpfahrt, Beginn des Alpsommers.
Alpgenossenschaft: Zusammenschluss von Bauern, die Alp- und Kuhrechte besitzen, zwecks Bestossung und Unterhalt der Alp.
Alpkorporation: Zusammenschluss von Besitzern einer Alp.
Alprecht: Kuhrecht; Anzahl der Stösse, welche der Bauer auf die Alp bringen darf.
Alpvogt: Verwalter einer Alpgenossenschaft.
Ausfüttern: Das Pflegen und Verpflegen von Nutztieren in vom Heimbetrieb abgelegenen Ställen, meist vor oder nach der Alpzeit.
Besatz: Anzahl Tiere in Stösse umgerechnet.
Bestossung: Beweidung der Alp mit einer gewissen Anzahl von Tieren.
Fällige Weide: Landwirtschaftliche Bezeichnung für eine Weide, die wegen ihrer Steilheit und Bodenbeschaffenheit für die Tiere lebensgefährdend ist.
Gaden; Einfach gestaltete Schlafräume, meist im Obergeschoss eines Bauernhauses oder einer Alphütte. Käsegaden sind oberirdische Alpkäselager in Alphütten für junge Käse.
Galtvieh: Rindvieh, das keine Milch gibt, weil es zu jung oder trockengestellt ist.
Gusti: Weibliches Jungtier, bevor es durch die Geburt des ersten Kalbes zur Kuh wird.
Gustibauern: Bauern, die ihre Gustis während der Sömmerungszeit den Älplern anvertrauen.
Heimet: Hof mit Umschwung im Berggebiet.
Hirt: Hüter der Herden von Kühen, Galtvieh, Schafen, Ziegen.
Hirtenbetrieb: Landwirtschaftlicher Betrieb, welcher landwirtschaftliche Nutzfläche und Sömmerungsfläche aufweist. Hier wohnt der Hirt ganzjährig, hält ganzjährig eigene Tiere und während der Sömmerungszeit vor allem Tiere von Dritten im Lohn.
Kalb: Rindvieh im Alter bis einjährig.
Koppelweide: Mit Zäunen unterteilte Weide; Tiere beweiden im Umtriebsverfahren eine Koppel nach der andern; Koppelweiden werden intensiver genutzt als Standweiden, weil die Tiere gezwungen werden, auch unliebsames Futter zu fressen.
Kuhleasing: Mieten einer Alpkuh gegen Bezahlung für einen Sommer oder einen Monat mit Rechten (Besuch der Alp, Erhalt von Alpkäse usw.) und eventuellenPflichten (Frondienst).
Läger (Weide): Von den Tieren für das Ruhen bevorzugte flache Stelle auf der Weide, wo durch die Häufung der Exkremente hauptsächlich düngerliebende Pflanzen wachsen.
Läger (Stall): Liegefläche im Anbindestall.
Molke: Schotte, Sirte, Chäsmilch; Flüssigkeit, die übrig bleibt, wenn der Käse aus dem Kessi genommen wird.
Murgang: Rüfe, Schlipf; Erd- oder Steinrutsch.
Normalbesatz: Viehbesatz, der einer nachhaltigen Nutzung entspricht; wird durch die Kantone festgelegt und in Normalstösse umgerechnet.
Normalstoss: Entspricht der Sömmerung einer RGVE während 100 Tagen.
Pachtalp: Von einem Bauern gemietete Gemeindealp oder Privatalp.
RGVE: Eine Rauhfutter verzehrende Grossvieheinheit.
Rind: Horntier, Paarhufer, Wiederkäuer; „Rind“ wird meist für ein tragendes Rindvieh von zwei bis drei Jahren verwendet.
Schwänden: Säuberung der Weideflächen von Gebüsch und Jungholz.
Senn: Käser auf der Alp.
Sennalp: Kuhalp, auf der Milch verkäst wird.
Sömmerungsbeitrag: Ökologische Direktzahlung an Alpbewirtschafter für das Alpen der Nutztiere, ausbezahlt nach Normalstössen.
Sömmerungsbetrieb: Landwirtschaftliches Unternehmen, das der Sömmerung von Tieren dient, von den Betrieben der Bestösser örtlich getrennt ist und nur während der Sömmerung bewirtschaft wird.
Sömmerungszeit: Ortsübliche Dauer der Benutzung einer Alp oder Sömmerungsweide in Tagen innerhalb der Vegetationsperiode.
Stafel: Einer der Höhenabschnitte mit Alphütte und Weide bei der Stafelwirtschaft.
Stafelwirtschaft: Unterteilung der Alp in verschiedene Höhenstufen, die aus Weidegebieten mit den zugehörigen Alpgebäuden bestehen.
Stoss: Futterbedarf eines Tieres während der Alpzeit, Abstufung nach Tierkategorie (z.B. Kuhstoss); der Normalstoss bezieht sich auf 100 Alptage. Früher wurde mit Füssen (1/4 Stoss) oder mit Klauen (1/8 Stoss) gerechnet.
Waldweide: Meist lichter Wald oder eine mit Einzelbäumen oder Baumgruppen bestockte Weide.
Weideland: Flächen, die regelmässig von Nutztieren beweidet und nicht gemäht werden.
Widder: Einfache, robuste, mit überschüssigem Wasser direkt angetriebene Wasserpumpe; ein Teil des Wassers aus der tiefer liegenden Brunnenstube wird mit dem überschüssigen Wasser aufgrund der hydraulischen Hebung bedeutend höher gehoben; der Widder braucht keine Energiezufuhr.