Brüedere/Ällegg
Eremitensiedlung aus dem 15. Jahrhundert
Stilgerecht erhalten: Alpgebäude, Käsespycher und Kapelle auf Alp Brüedere.
Die Alp Brüedere, die an der Südseite des Risetenstocks und der Nordostseite des Schimbrig liegt, hat eine lange geschichtliche Tradition, die nach ersten Quellenangaben bis ins Jahr 1420 zurückreicht. Der stilgerecht erhaltene Gebäudekomplex mit Alpgebäude, Käsespycher, Scheune, Alpsennhütte sowie Muttergotteskapelle ist harmonisch in die typische Entlebucher Landschaft eingebettet. Die Alpsennhütte, im Stil eines Junkerhauses, ist 1860 neu erbaut worden, der Käsespycher und die Alpscheunen bereits 1732. Die auf dem alten Grundriss 1725 neu erstellte und 1896 renovierte Kapelle besticht durch das schlanke Satteldach und das alte Glockenjoch. Herausragend ist das von Jakob von Will 1615 gemalte Ölgemälde der unbefleckten Maria Empfängnis. Die Muttergotteskapelle steht unter Denkmalschutz. Marie-Theres und Jost Bieri-Felder pflegen diese altehrwürdige bäuerliche Siedlung aus dem 15. Jahrhundert mit sichtlichem Stolz. Dennoch müssen die Gebäude unterhalten werden, was mit erheblichen Kosten verbunden ist.
Die Weiden erstrecken sich von der grossen Entle bis zum Tosse, seitlich begrenzt durch den Älleggbach und den Eibach. Im tiefer gelegenen Teil trifft man vor allem auf Flyschböden und Moorlandschaften, im oberen Teil, gegen den Tosse hin, sind die Weiden trocken. Je nach Boden werden sie mit Kühen oder Rindern bestossen. Auf der dazu gehörenden Ällegg, wo die Alphütte einen Laufstall hat, weiden nur die Rinder.
Am 15. August, an Maria Himmelfahrt, findet in der Kapelle auf der Alp Brüedere der traditionelle Alpgottesdienst statt.