Schlacht
Warum der Senn im Chessi landete
Prächtige Käsealp mit martialem Namen: die Schlacht ab Sörenberg.
Die prächtige Alp Schlacht liegt oberhalb von Sörenberg am Fuss des Rothorns. Ende Mai findet hier einer der seltenen Alpauftriebe vom Talbetrieb in Schüpfheim nach Sörenberg statt. Seit Herbst 2003 kehren die Älpler von Sörenberg in einem gemeinsamen Alpabzug nach Schüpfheim ins Winterquartier zurück.
Seit jeher wird auf der Alp Schlacht gekäst. Heute geben die 40 Kühe eine stattliche Milchmenge, die täglich verarbeitet, und zu einem Teil direkt ab Alp oder an den Detailhandel verkauft wird. In der gut eingerichteten rustikalen Erlebniskäserei mit dem 100-Liter-Kessi können sich die Besucher selber in diesem Handwerk üben: Käsen als Erlebnis.
Im Winter müssen die Käse natürlich auch gepflegt werden, denn die Reifezeit des Sörenberger Alpkäses, der weitherum verkauft wird, beträgt elf bis zwölf Monate. Einmal wöchentlich schnallt sich Niklaus Epp die Skier an, um auf der tief eingeschneiten Alp die Käselaibe zu kehren und zu pflegen.
Wie die Alp Schlacht zu ihrem Namen kam, erzählt folgende Geschichte aus dem Jahr 1384: Die Obwaldner nahmen die Alpen nach längeren Zwistigkeiten mit den Entlebuchern im Gebiet Sörenberg ein, indem sie den Senn überwältigten, die Kühe aus dem Tal Richtung Obwalden trieben und spöttisch von der Fluh riefen: „De Senn lid im Chessi und eui scheene Chüe läifid gegen üsne zuo!“ Wintrüeb – ein währschafter Entlebucher – hörte diese Rufe und alarmierte die Sörenberger. Auf der Mörlialp feierten die Obwaldner bereits ihren Raubzug reichlich mit Alkohol. Wintrüeb konnte die Kühe im Stall unbemerkt losbinden und läutete ab und zu noch mit den losgebundenen Glocken, um die Räuber zu täuschen. Als die Tiere in Sicherheit waren, warf er den Obwaldnern die Glocken vor die Füsse. Aus Rache wurde er von den Obwaldnern verfolgt, bis sie ihn nach Wochen am Steinibachstutz bei Flühli mit einer List erstachen. An dieser Stelle ist heute noch ein Gedenkstein, der an die Bluttat erinnert.

