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Der Wolf im Kanton Luzern

Wolf im Eigental
Fotofallen-Aufnahme vom 14. April 2009, Eigental (Foto lawa, Abt. Fischerei und Jagd)
Der Wolf wird in der Schweiz immer sesshafter. In den letzten zwei Jahren sind zwölf Wölfe genetisch nachgewiesen worden. Auch im Kanton Luzern ist anfangs 2009 – 200 Jahre nach seiner Ausrottung – erstmals wieder ein Wolf aufgetaucht. Im Frühling wurde das Tier zwei Mal in einer Fotofalle „geblitzt“, seit Juli macht er mit seinen Raubzügen im Gebiet Fürstei-Schwändeliflue-Schimbrig aufmerksam. Ihm wird der Riss von 30 Schafen zur Last gelegt.
Obwohl der Wolf streng geschützt ist, darf er unter gewissen Umständen getötet werden. Die Kantone erteilen die Abschussbewilligung auf Empfehlung der interkantonalen Kommission für das Management von Grossraubtieren, welcher die Jagdverwalter der betroffenen Kantone und der eidgenössische Jagdinspektor angehören.
Anfangs August ist der „Luzerner“ Wolf auf diesem Weg zum Abschuss freigegeben worden. Dies als Sofortmassnahme zur weiteren Schadenverhütung im Entlebuch und vereinbar mit dem Wolfskonzept Schweiz. Nach Meinung der Kommission gibt es im betroffenen Gebiet zurzeit keine andere Möglichkeit, die Schafe zu schützen. Die praktikablen und kurzfristig umsetzbaren Schutzmassnahmen seien ergriffen worden. Für weitergehende Massnahmen habe den Schafhaltern im ersten Jahr der Wolfspräsenz die Zeit gefehlt.

Gleichzeitig wird von der Kommission betont, dass der Abschuss von einzelnen Wölfen keine nachhaltige Lösung darstelle. Vielmehr wird den betroffenen Kantonen empfohlen, die Schafhaltung im Wolfsgebiet zu analysieren und einen wirksamen Herdenschutz aufzubauen. Wo dies nicht möglich sei, müsse die Nutzung einzelner Flächen grundsätzlich überdacht werden.

Zahlen zum Wolf (Schweiz)


In der Schweiz wurden seit Herbst 2007 zwölf verschiedene Wölfe genetisch nachgewiesen, darunter zwei Wölfinnen; und zwar in den Kantonen Wallis, Tessin, Graubünden, Waadt sowie in der Zentralschweiz und im Grenzgebiet der Kantone Bern/Freiburg.
Im Jahr 2009 wurden bisher ca. 200 tote Schafe und Ziegen als Wolfsrisse gemeldet.
Der Bund wendet für die Entschädigung von gerissenen Schafen und Ziegen zwischen 30'000 und 80'000 Franken pro Jahr auf.
Für Herdenschutzmassnahmen stehen jährlich 800'000 Franken zur Verfügung. Für genetische Analysen sind es 80'000 Franken für sämtliche geschützten Arten.
Seit 2000 wurden zehn Abschussbewilligungen erteilt. Fünf Wölfe wurden erlegt.

Zur Dokumentation

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